Der Meerschweinchenkauf

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wo man Meerschweinchen bekommen kann: Tierheim, Zoofachgeschäft, Züchter oder eine private Tiervermittlung. Unabhängig davon, wo sie Meerschweinchen erwerben, sind einige Faktoren zu beachten:

Alter des Tieres:

Fragen Sie beim Kauf genau nach dem Alter der Tiere. Jungtiere, die vorzeitig von der Mutter genommen wurden, sind anfälliger für Krankheiten und können Verhaltensstörungen entwickeln. Bei der Abgabe sollte ein junges Meerschweinchen mindestens 300g wiegen.

Geschlecht des Tieres:

Allgemein geht das Gerücht herum, dass Weibchen sozialer seien und Männchen einen strengeren Geruch als Weibchen hätten. Leider hält sich dieses Gerücht bis heute, aber es ist ein Ammenmärchen!

Wenn Sie sich für Meerschweinchen entscheiden, gibt es mehrere Möglichkeiten:

Weibchen untereinander können zickig sein. Wie im richtigen Leben – neigen Weibchen dazu, öfters mal zu meckern und sich gegenseitig „anzuzicken“!

Wenn zwei weibliche Babies vergesellschaftet werden, oder ein Baby-Weibchen zu einem älteren Weibchen dazugesetzt wird, vertragen sich die beiden in der Regel gut. Setzt man aber zwei ältere, sich fremde Weichen zu einander, kann es zu großen Auseinandersetzungen und Rangkämpfen kommen. Weibchen können ganz schön giften und das andere Tier so einschüchtern, dass sich letzteres nicht mehr ans Futter traut.

Weibchen und Böckchen: Sie verstehen sich gut und stellen eigentlich die Idealkombination dar. Um unerwünschten Nachwuchs zu vermeiden, muss man das Böckchen vorher kastrieren lassen. Einen harmonischen Zusammenleben steht dann nichts mehr im Wege.

Wichtig: Ein geschlechtsreifer Bock ist nach der Kastration noch bis zu 4 Wochen zeugungsfähig!

Böckchen: Sie werden oft zahmer und anhänglicher als Weibchen. Sinnvoll ist immer eine möglichst frühe Kastration, da der Bock schon im Alter von 4 Wochen oder mit einem Gewicht ab 350g geschlechtsreif sein kann. „Frühkastrationen“ können bereits ab 250g bei einem Tierarzt, der Erfahrung und Routine darin hat, vorgenommen werden. Auskunft erteilt Ihre Meerschweinchenhilfe und verantwortungsvolle Züchter.

Böcke vertragen sich oft besser, als es ihnen ihr Ruf vorausschickt! Natürlich gibt es Exemplare, die nicht miteinander können, wie bei den Weibchen auch. Ob es zwei Wurfgeschwister sind, tut nichts zur Sache. Auch sie könne sich später, wenn sie in der Pubertät kommen (mit 3-6 Monaten) heftigst streiten und vertragen sich dann überhaupt nicht mehr. Möglicherweise sind es zwei dominante Tiere aus einer dominanten Familie. Am besten man setzt zwei Böcke von klein auf zusammen. Oder, wenn man bereits einen etwas älteren Bock hat, kann man ihm einen Baby-Bock dazusetzen. Aber Achtung: Jeglicher Damenbesuch zerstört das empfindliche Verhältnis von unkastrierten Böcken, und zwar für immer! Deshalb ist eine Kastration immer ratsam.

Gruppenhaltung:

Eine Kleingruppe ab 3 Tieren besteht idealer Weise aus 1 Kastrierten Bock und mehreren Weibchen. Das ist die artgerechteste Haltungsform für diese Tierart. So können sie das ganze Spektrum ihrer Verhaltensweisen ausleben.

Ein Kastrat wirkt ausgleichend und beruhigend auf eine Gruppe Weibchen und schlichtet sobald die Weichen ihr „Zickengehabe“ an den Tag legen.

Ob es in einer Meerschweinchen-Gruppe zu Aggressionen kommt, hängt im übrigen nicht nur vom Geschlecht der Tiere ab, sondern wesentlich auch von der Strukturierung des Lebensraumes, sowie dem Charakter und Alter der einzelnen Tiere.

Wichtig:

Auch Tiere die in Gruppen gehalten werden, können zahm werden – vorausgesetzt, man beschäftig sich entsprechend mit ihnen. Ausschlaggebend für die Zutraulichkeit eines Meerschweinchens ist nicht in erster Linie, ob es als Paar oder in einer Gruppe gehalten wird, sondern ob und in welcher Weise wir uns mit ihnen beschäftigen!